Männer 1 – Verbandsliga

SHB – SG Ober-/Unterhausen 33:34

Bitterer Abend für die SHB!

Am Ende war es eine Frage der Cleverness und der Unerfahrenheit. Nach einem rassigen und tollen Verbandsligaspiel gab die SHB vom Trainergespann Sebastian Schmid und Michael Kling in den letzten Sekunden den sicher geglaubten Punktgewinn aus der Hand und verlor mit der Schlusssirene 33:34. Rückraumass Tim Kraft droht nach einem harten Einsteigen länger auszufallen. Was Trainer Sebastian Schmid gut fand und wo er seine Zuversicht für die nächsten Spiele hernimmt.

„Es war heute ein ereignisreicher Abend, aber insgesamt sehr bitter für uns“, sagte der 44-jährige Schmid nach dem Spiel. Betrachtet man den Spielverlauf, kann er seiner Mannschaft wiederum keinen Vorwurf machen. Personell musste Schmid nur auf die länger verletzten Patrick Jäger und Fabian Buntz verzichten, aber Luca Hauser war nach seiner Grippe wieder mit dabei.

Mit der SG Ober-/Unterhausen kam eine Mannschaft in die Bibrishalle, die auf dem Papier auf Augenhöhe war – nahezu identisches Torverhältnis, aber mit mehr Punkten. Trotzdem wollte der Aufsteiger nach den knappen Niederlagen zuletzt endlich wieder in die Spur finden. Ohne Nervosität und sehr konsequent legte die SHB los: Durch Tim Kraft, Luca Ruoff und den furiosen Daniel Mezencev war beim 6:3 nach 8 Minuten ein guter Start gelungen. Leider musste Tim Kraft nach einem Stoß in der Luft wegen Rückenproblemen vom Platz, versuchte es später aber nochmal. Weiter agierten die Gastgeber trotzdem fast fehlerfrei, und beim 13:9 nach 19 Minuten durch Flügelflitzer Benedikt Englisch war man voll im Plan. Auch beim 15:11 durch Luis Soderer hielt der Vorsprung noch, aber jetzt kam der flott spielende Gast besser ins Spiel und war beim 16:15 knapp 3 Minuten vor der Pause wieder im Nacken. Mit 18:16 ging es nach einer spielerisch tollen ersten Halbzeit in die Kabine.

In der zweiten Halbzeit entwickelte sich dann ein offener Schlagabtausch. Knapp 41 Minuten wogte das Spiel hin und her, und keine Mannschaft verschaffte sich einen entscheidenden Vorteil. Die Abwehrreihen hatten viel zu tun, aber die Würfe beider Teams waren gut vorbereitet – und so fielen erneut viele Tore. Zunächst konnten die Gäste auf 2 Tore enteilen, aber der unermüdliche Spielmacher Lars Braun führte geschickt Regie, und beim 32:30 knapp 5 Minuten vor dem Ende durch Youngster Tristan Mannbeiß war man zuversichtlich, etwas Zählbares mitzunehmen. Der wurfgewaltige Rückraum der Gäste schaffte es dann wieder zum Ärger des SHB-Trainerteams, das Spiel zu drehen. Luca Ruoff erzielte den Ausgleich, und Alex Kovalchuk im Tor der SHB parierte einen Wurf. Knapp 25 Sekunden vor dem Ende nahm Trainer Schmid die Auszeit. Ein schöner Spielzug wurde angesetzt und Tristan Mannbeiß kam auf Außen in guter Position zum Wurf – leider klatschte der Ball ans Lattenkreuz. Die Gäste legten knapp 6 Sekunden vor dem Ende die Karte zur Auszeit. Viel Zeit für einen Spielzug, den die SG Ober-/Unterhausen abgezockt zu Ende spielte und den Siegtreffer mit der Schlusssirene unter großem Jubel markieren konnte. Wie schon gegen Pfullingen toll gekämpft und unter Wert geschlagen. Rückraumspieler Tim Kraft droht nach seinem heftigen Fall aufs Kreuz leider länger auszufallen – was für die SHB sicher eine Katastrophe wäre.

Trainer Sebastian Schmid war nach dem Spiel somit bedient, analysierte aber sachlich: „Wir machen es insgesamt nicht schlecht heute und haben keine längere Schwächephase im Spiel. Die Unerfahrenheit zeigte sich dann wieder am Schluss“, so der 44-Jährige, der sich ärgerte, dass sich seine Mannschaft für eine tolle Leistung nicht belohnte. „Am Ende fragt halt keiner, ob wir toll gekämpft haben. Uns fehlen halt die Punkte, die wir aus den letzten Spielen hätten holen können“, haderte Schmid und ergänzte: „Wir agieren bisher immer auf Augenhöhe und können mithalten. Wir gehören definitiv in diese Liga.“ Auf die Frage, wie es nun weitergeht, hofft der SHB-Trainer: „Zum Glück haben wir jetzt eine Woche Pause, in der ich erstmal trainingsfrei gegeben habe. Wir werden hoffentlich alles auskurieren und es dann mit einer anderen Mannschaftsstärke angehen – denn es muss ja weitergehen, irgendwie.“

Es spielten: Beuthner, Gehringer, Kovalchuk im Tor; Mannbeiß (4), Hauser (5/1), T. Kraft (3), Ruoff (6), Braun (5), Lindenmaier, R. Kraft, Mailänder, Mezencev (5), Soderer (1), Weller, Ackermann (2/2), Englisch (2)
Zeitstrafen: SHB: 1 (T. Kraft) – SG Ober-/Unterhausen: 6
Strafwürfe: SHB: 3 (alle verwandelt) – SG O/U: 5 (4 verwandelt)
Zuschauer: 200
Schiedsrichter: Manuel Mauch und Bernd Schöllkopf (Ebersbach)