Damen Oberliga
SHB – HB Kinzigtal 38:33
Die Hoffnung ist zurück bei den Oberligahandballerinnen der Spielgemeinschaft Herbrechtingen/Bolheim. Nach dem insgesamt hart erkämpften 38:33 beim Tabellenletzten HB Kinzigtal
ist der Aufsteiger nur noch einen Punkt hinter den Nichtabstiegsplätzen und hofft den Rückenwind für die nächsten Aufgaben. Warum Trainer Sebastian Kieser in der Halbzeitpause lauter wurde und warum er sich über den Sieg nicht richtig freuen konnte.
Kinzigtal? Wo liegt denn das ungefähr? Die Spielerinnen der SHB wussten auch nur, dass es irgendwo im Schwarzwald ist. Auf jeden Fall ist es die weiteste Anreise in der Liga. Insgesamt 500 Kilometer und knapp 6 Stunden im Bus, stellten die Damen vor eine besondere Herausforderung. Gestützt auf die zuletzt tolle Leistung gegen Gerhausen zu Hause, wollte man gegen den Tabellenletzten natürlich nachlegen. Trainer Sebastian Kieser hatte solch weite Anreisen zwar schon in seiner Karriere, aber am Sonntag ist dies natürlich zusätzlich eine Herausforderung. „Wir sind um 10:30 Uhr schon los gefahren, was für das Spiel keine optimalen Voraussetzungen darstelle”, so der 46 jährige, der zumindest personell aus dem Vollen schöpfen konnte.
Die Anreisestrapazen merkte man seinen Spielerinnen auch zu Beginn der Partie deutlich an. Der abgeschlagene Tabellenletzte spielte munter und befreit auf. Die Mannschaft aus dem Schwarzwald führte während der gesamten ersten Halbzeit und stellte vor Allem die Abwehr der Gäste vor erhebliche Probleme. Beim 9:12 nach 20 Minuten hatte Kieser genug und nahm die Auszeit. „Wir werfen in der ersten Halbzeit Bälle am Tor vorbei und hatten etliche Ballverluste, das musste ich ansprechen”, ärgerte sich Kieser. Besser wurde es zunächst nicht. Zumindest ließ man die Gastgeberinnen nicht länger von der Leine. Beim 18:19 war nach 30 Minuten das muntere Scheibenschießen vorbei. „19 Gegentore gegen den Tabellenletzten war einfach schlecht! Da fand ich in der Halbzeit deutliche Worte”, sagte Kieser und appelierte an schnellere Beine in der Deckungsarbeit.
Ein 3:0 Lauf zu Beginn der zweiten Halbzeit durch Krempien, Siller und Grupp bescherten schnell eine Führung und jetzt lief der Ball endlich flüssiger. Beim 25:21 nach 38 Minuten nahm der Gegner früh die Auszeit und das Spiel schien den erwarteten Verlauf zu nehmen. Die mit erst einem Saisonsieg ausgestatteten Gestgeberinnen ließen aber nicht locker. Beim 28:26 nach 45 Minuten spürten die Gäste wieder den Atem des Gegners im Nacken. Erneut musste ein 3:0 Lauf her um locker in die Schlussphase des Spieles gehen zu können. Die Hoffnung bei Trainer Kieser war, hinten raus die breitere Bank zu haben und diese Hoffnung bestätigte sich. Kinzigtal musste abreisen lassen und letztlich schaukelte die SHB, wo sich alle Spielerinnen in die Torschützenliste eintragen konnten den Sieg vollends locker nach Hause. Einziger Wehrmutstropfen war der verletzungsbedingte Ausfall von Carmen Siller, die sich während der Schlussphase am Sprunggelenk verletzte. „Ich hoffe, dass es nichts Schlimmes ist”, so Kieser über die Verletzung seiner unverzichtbaren Spielmacherin. Deshalb war die Freude über den Sieg beim SHB-Trainer nicht ganz so groß.
In seiner Analyse blickte der 46 jährige Kieser aber dennoch zuversichtlich nach vorne. „Wir haben heute unser Ziel erreicht und das Ding geholt und sind wieder an den Nichtabstiegsplätzen dran”, freute sich Kieser nach dem Spiel, der jetzt auf eine kleine Siegesserie nach zuletzt 2 gewonnen Spielen hofft. „Unser Ziel ist weiter die Klasse zu halten, dafür haben wir heute wieder einen wichtigen Schritt gemacht”, so Kieser, der hofft nicht zu lange auf seine Spielmacherin verzichten zu müssen. Eine geschlossene Mannschaftsleistung freute den Trainer, was seiner Meinung nach in den weiteren Spielen von großem Vorteil sein könnte.
Es spielten: Serwe-Hug und Hirsch im Tor; Grupp (7), Fleischer (2), Schweda (1), Braun (1), Brachert (8/3), Krempien (2), Schönefeldt (3), Lindenmaier (3), Frey (3), Siller (8)
Zeitstrafen: SHB: 7 (Krempien 3, Fleischer, Braun, Frey, Siller) HB Kinzigtal: 5
Zuschauer: 60
Schiedsrichter: Jan Glock und Maximilian Brodbek


