In einem hochemotionalen Nachbarschaftsduell behält die SG Herbrechtingen-Bolheim die Nerven. Trotz schlechterer Tabellenplatzierung und einer aufgeheizten Atmosphäre in der Schnaitheimer Halle entführt die SHB mit einem 19:26-Sieg beide Punkte beim Erzrivalen.

Heidenheim-Schnaitheim – Wer am Sonntagabend die Halle in Schnaitheim betrat, merkte sofort: Das hier ist kein gewöhnliches Bezirksliga-Spiel. Es war Derby-Zeit! Obwohl die Gastgeber der TSG Schnaitheim tabellarisch als Favorit ins Rennen gingen, war davon auf den Rängen nichts zu spüren. Die SHB-Fans hatten die Halle kurzerhand zum Heimspiel umfunktioniert, stellten die Mehrheit auf der Tribüne und peitschten ihre Mannschaft lautstark nach vorne.

Kampfgeist besiegt Favoritenrolle

Von der ersten Minute an entwickelte sich ein Abnutzungskampf. In der hitzigen Atmosphäre schenkten sich beide Teams nichts. Die SHB agierte gewohnt leidenschaftlich, was sich auch in der Statistik widerspiegelte: Mit sieben Zeitstrafen und drei Verwarnungen am Rand der Legalität, aber immer mit dem nötigen Biss. Nach 15 Minuten leuchtete ein 5:5 von der Anzeigetafel – ein Spiegelbild der Intensität.

Kurios wurde es vor der Pause: Zwischen der 20. und 26. Minute vernagelten beide Abwehrreihen ihre Tore komplett. In dieser Phase des “kollektiven Torstopps” bewies die SHB jedoch den längeren Atem und rettete eine knappe 9:11-Führung in die Kabine.

Schlussspurt bricht den Widerstand

Auch nach dem Seitenwechsel blieb es eine enge Kiste. Schnaitheim versuchte mit Ruhe dagegenzuhalten, doch die SHB-Defensive stand wie ein Bollwerk. Selbst von den insgesamt sechs Minuten mehr in Unterzahl ließ sich die Truppe von Mathias Sigl und Michael Tschente nicht beirren.

Beim Stand von 15:17 (45. Minute) knisterte die Luft. Doch während bei der TSG die Kräfte schwanden, zündete die SHB den Turbo. Mit purer Willenskraft und getragen vom Jubel der mitgereisten Fans zog die SHB davon und schraubte das Ergebnis am Ende auf ein verdientes 19:26.

Blick nach vorne

Dieser Derby-Sieg ist mehr als nur zwei Punkte – er ist ein Statement für die Moral der Mannschaft. Lange feiern kann das Team jedoch nicht: Schon am kommenden Samstag, den 28. März um 16:00 Uhr, wartet in der heimischen Bibrishalle das nächste schwere Kaliber. Dann empfängt die SHB die Aalener Sportallianz und will die Revanche für die Hinspielniederlage perfekt machen.

Für die SHB spielten:

Bastian Klein (5), Lukas Wündisch (5), Adam Agoston (4), Peet Otto (4), Hamza Bayik (3), Raphael Mannbeiß (2), Hannes Baur (1), Tim Hagenmaier (1), Samuel Kolb (1), Paul Baur, Raphael Simon Dolderer, Ruben Pflanz, Niclas Samuel Polzer, Sebastian Reith, Simon-Luca Dieter Schabel, Justin Vogel.

Offizielle: Mathias Sigl und Michael Tschente